Die Beschäftigung in einer Volkswirtschaft ist im Falle eines ausreichenden Arbeitskräfteangebots das Ergebnis der Nachfrage von Unternehmen und öffentlichen Arbeitgebern
nach Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt. Da das Gut "Arbeitskraft" als besonders schutzwürdig gilt, hängt die Höhe der Beschäftigung in vielen Ländern aber nur in
erheblich eingeschränktem Umfang von Marktkräften ab.
Nachhaltigen Einfluss auf die Beschäftigungsmenge haben auch der Ausgang der Tarifvertragsverhandlungen, in denen unter anderem der Lohn als Preis der Arbeitsleistung festgelegt wird, das
Arbeitsrecht, die Höhe und Struktur der Sozialausgaben, die Arbeits- und Maschinenlaufzeiten sowie die Ausgestaltung der Arbeitsmarktpolitik.
Beschäftigung ist kein feststehender, klar definierter Begriff. Unterschieden werden können:
- sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Abhängige Beschäftigung mit Sozialversicherungspflicht, also ohne Beamte oder geringfügig Beschäftigte.
- abhängig Erwerbstätige.
- Erwerbstätige: Alle abhängig Erwerbstätigen zzgl. Selbstständige und mithelfende Familienangehörige.
Rein rechnerisch ist die Erwerbstätigkeit als Summe aus abhängiger und selbständiger Beschäftigung die Differenz zwischen dem Erwerbspersonenangebot und der registrierten
Arbeitslosigkeit. Da sich aber das Erwerbspersonenangebot einer Volkswirtschaft durch Veränderungen der Bevölkerungszahl und deren Altersstruktur, durch ein verändertes
Erwerbsverhalten der Bevölkerung oder durch Wanderungen von Erwerbspersonen verändern kann, müssen sich Beschäftigung und Arbeitslosigkeit nicht unbedingt
gegenläufig entwickeln. Sowohl Beschäftigung als auch Arbeitslosigkeit können zunehmen (abnehmen), wenn das Erwerbspersonenangebot stärker zunimmt (abnimmt) als die Zahl
der Arbeitsplätze.
Die Veränderungen bei der Beschäftigung sind ein guter Indikator für den Strukturwandel der gesamten Volkswirtschaft. Die Drei-Sektoren-Hypothese prognostizierte zutreffend
den relativen Bedeutungsverlust des Primären Sektors (Landwirtschaft, Bergbau) und des Sekundären Sektors (Produzierendes Gewerbe) sowie die Expansion des Tertiären Sektors
(Dienstleistungen). (Kl/Hs)