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Ausführliche Begriffsbeschreibung
Betriebliches Vorschlagswesen
In Deutschland hatte Alfred Krupp schon 1872 mit seinem Generalregulativ das BVW begründet. Heute gilt das BVW als ein wichtiges Management-Instrument zur wirtschaftlichen und menschengerechten
Betriebsführung. Es unterstützt das Management bei seinem Bemühen um Rationalisierung der Abläufe und um die Verbesserung des Betriebsergebnisses. Es bedeutet permanente
Innovation in kleinen Schritten. Es stärkt die Motivation und Entwicklung der Mitarbeiter sowie ihre Identifikation mit dem Unternehmen.
Das klassische BVW hat sich immer mehr zu einem ganzheitlichen Ideenmanagement weiterentwickelt und wird als ein Ansatzpunkt zur Mitarbeiterbeteiligung im Sinne eines ganzheitlichen
Qualitätsmanagements betrachtet. Jeder Mitarbeiter soll aus Eigeninteresse aktiv um eine ständige Verbesserung bemüht sein (kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP), so dass der
Betrieb im Ganzen zu einer lernenden Organisation wird, die im Stande ist, sich ständig den Anforderungen durch inneren Wandel anzupassen. So kann mit Hilfe dieses Instruments auch
innerbetrieblich ein Geist der Innovation wachgehalten werden. Hierzu zwingt sowohl die Globalisierung der Wirtschaft als auch der Wandel in Einstellung der Beschäftigten in Richtung auf mehr
Selbstbestimmung und Eigenverantwortung bei der Arbeit.
Gewöhnlich gilt ein Vorschlag dann als Verbesserungsvorschlag, wenn er über den Rahmen des betrieblichen Aufgaben- und Verantwortungsbereichs des Mitarbeiters hinausgeht. Zwar sind
Führungskräfte häufig noch von der Beteiligung am BVW ausgeschlossen, doch immer mehr Unternehmen beziehen sie bewusst ein.
Dem traditionellen BVW wurden häufig eine zu hohe Bürokratielastigkeit, zu lange Wege, zu wenig Transparenz und zu lange Umsetzungszeiten der Vorschläge nachgesagt. Inzwischen haben
viele Unternehmen diese Mängel weitgehend beseitigt. Nach einer Umfrage des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (dib) wurden 2006 rund 1,27 Millionen
Verbesserungsvorschläge eingereicht; etwa 64 Prozent wurden in die Praxis umgesetzt. Dieser Ideenwettbewerb ersparte den Unternehmen Kosten von insgesamt 1,48 Milliarden Euro. Dafür
vergaben die Firmen Prämien in Höhe von 163 Millionen Euro (pro Auszeichnung etwa 183 Euro). Der Prämiensatz liegt im Schnitt bei 15 bis 30 Prozent der Einsparungen im ersten
Jahr. (Me)
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