Wettbewerb "Ökonomische Bildung stärken"
Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung verliehen
BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun und Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, haben heute Leuchttürme der Bildungslandschaft prämiert. Die mit je 10.000
Euro dotierten Preise wurden in den Kategorien Schule, Berufsschule und Hochschule vergeben.
Der diesjährige Wettbewerb stand unter dem Motto "Ökonomische Bildung stärken". Ausgezeichnet wurden beispielhafte Konzepte, durch die das Interesse und Verständnis für
wirtschaftliche Zusammenhänge bei Schülern, Auszubildenden und Studierenden geweckt und nachhaltig gefördert wird.
Die Preisträger sind:
- Kategorie "Schule": Evangelisches Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim
- Kategorie "Berufsschule": Louise-Schroeder-Schule Wiesbaden
- Kategorie "Hochschule": Institut für Ökonomische Bildung (IfÖB) am Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, gemeinsam mit dem Institut für Ökonomische
Bildung (IÖB) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
"Ökonomische Bildung ist unverzichtbarer Teil der Allgemeinbildung. Junge Menschen brauchen wirtschaftliche Kompetenzen, um sich sicher innerhalb unseres Wirtschaftssystems zu bewegen und
sich der Konsequenzen ihres eigenen wirtschaftlichen Verhaltens bewusst sein", sagte BDA-Vizepräsident Braun anlässlich der Preisverleihung. "Unternehmen bieten ein spannendes
Arbeitsumfeld. Wir möchten junge Menschen so früh wie möglich dafür begeistern und ihnen Mut zum Unternehmertum machen."
"Die ökonomische Bildung ist eines der Stiefkinder unseres Bildungssystems. Das Missverhältnis zwischen schulischer Beachtung und Bedeutung in der Lebenswirklichkeit ist eklatant. Dabei
geht es keinesfalls nur um die Vermittlung von ökonomischem Wissen, sondern genauso von Werten", betonte Telekom-Personalvorstand Sattelberger während der Preisübergabe. "Neben der
Einführung eines eigenständigen Unterrichtsfaches müssen wir das 'Wirtschaften' praktisch erlebbar machen. Heute haben wir drei Projekte prämiert, bei denen dies in vortrefflicher
Weise gelungen ist."
Die Preisträger:
Evangelisches Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim
Im Evangelischen Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim (Baden-Württemberg) ist Ökonomie als eigenständiges Profilfach durchgängig ab Klasse 5 verankert. Es handelt sich um einen
durch das Kultusministerium Baden-Württemberg anerkannten Modellversuch, der seit sieben Jahren erfolgreich umgesetzt und kontinuierlich evaluiert wird. Das Konzept überzeugt durch sein
vielfältiges Angebot zur ökonomischen Kompetenzentwicklung der Schüler, bei dem theoretische und praktische Bereiche miteinander verknüpft und handlungsorientiert vermittelt
werden. Dabei wird altersgemäß ökonomisches Basiswissen in einem wirtschaftsethischen Kontext vermittelt und fächerübergreifend vertieft. Dies reicht vom Thema
Landwirtschaft und den lokalen wirtschaftlichen Gegebenheiten von Weinbau und Saftherstellung (Unterstufe) bis hin zu ökologisch-sozialen Fragen der Globalisierung für die älteren
Schüler. Innerhalb des Projekts "Lernen durch Lehren" vermitteln Schülerinnen ihr Basiswissen im Bereich Ökonomie den Schülern der örtlichen Förderschule. Auch auf die
Qualifikation der Lehrkräfte wird besonderer Wert gelegt: Entweder verfügen sie als Lehrer aus beruflichen Gymnasien über einen eigenen betriebswirtschaftlichen Hintergrund, oder sie
werden durch das Programm "Wirtschaft online" weiter qualifiziert.
Louise-Schroeder-Schule Wiesbaden
Mit der virtuellen Lernfirma "Parkhotel Wiesbaden KG" gelingt es der Berufsschule, ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen zu simulieren und damit das gesamte Curriculum für die Ausbildung
von Hotel- und Restaurantfachleuten abzubilden. Vermittelt wird zudem die Zusatzqualifikation Hotelmanagement. Ausgehend von realitätsnahen ökonomischen Handlungs- und
Entscheidungssituationen werden Lernsituationen in vollständigen Handlungszyklen weitgehend eigenverantwortlich und selbstgesteuert angelegt. In Kooperation mit dem Schülerbistro 'Fresko'
werden Teile des Curriculums auch als Realprojekte vermittelt. Die Berufsschule legt bei der Gestaltung des Curriculums besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und trägt den von der UNESCO
verliehenen Titel "Offizielles Projekt der UN-Weltdekade 2009/2010 Bildung für nachhaltige Entwicklung". Mit der Durchführung von schulinternen pädagogischen Tagen und der Einbindung
von Lehrkräften in Fortbildungsreihen wird der Weiterqualifikation von Schülern und Lehrpersonal ein besonderer Stellenwert eingeräumt.
Institut für Ökonomische Bildung (IfÖB) am Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, gemeinsam mit dem Institut für Ökonomische Bildung (IÖB)
der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Beide Institute verfügen gemeinsam über ein schlüssiges Gesamtkonzept zur nachhaltigen Etablierung ökonomischer Bildung im Schulsystem im Rahmen der universitären
Lehrerausbildung. Akkreditierte und internetgestützte Bachelor-/Master-Studiengänge für ökonomische Bildung zeigen konkret und gestützt durch Grundlagen- und
Anwendungsforschung, wie ökonomische Bildung von Klasse 1 bis zum Abitur in allgemeinbildenden Schulen umgesetzt werden kann. Durch zahlreiche Veranstaltungen, Projekte und Wettbewerbe werden
alle Anspruchsgruppen in die Gestaltung der ökonomischen Bildung einbezogen und ein ständiger Austausch ermöglicht. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Qualifizierung von
Lehrkräften für die Fächer "Wirtschaft" und "Politik/Wirtschaft" sowie die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften während ihrer Berufspraxis.
Weitere Informationen zur Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und zu den PRESSE - INFORMATIONEN finden Sie hier.
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