Hintergrundtext

Das Übergangssystem: Chancen für alle

Für all jene, die nicht sofort eine betriebliche Lehrstelle finden, gibt es berufsvorbereitende Maßnahmen.

FOTO: Fotolia/wildworx

Obwohl sich das Verhältnis von Ausbildungsangebot zu -nachfrage deutlich verbessert hat, gibt es für niemanden eine persönliche Garantie auf eine Lehrstelle. Vor allem die Leistungsschwächeren – oft mit Migrationshintergrund, sozial benachteiligt, behindert oder lern- und leistungsbeeinträchtigt – finden oft nicht auf Anhieb einen Ausbildungsplatz. Für sie gibt es verschiedene Angebote im sogenannten Übergangssystem, zum Beispiel das Berufsvorbereitungsjahr, das Berufsgrundbildungsjahr und die Einstiegsqualifizierungen. Hier können Ausbildungswillige, die keine Lehrstelle im Betrieb gefunden haben, berufliche Grundkenntnisse erwerben, sich beruflich orientieren oder ihren Haupt- oder Realschulabschluss nachholen. So erhöhen sie ihre Chancen auf eine Lehrstelle im nächsten oder übernächsten Jahr.

Im Jahr 2012 absolvierten genau 266.732 Jugendliche eine solche berufsvorbereitende Maßnahme aus dem Übergangssystem – das waren 6,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor und sogar ein gutes Drittel weniger als 2005.

Noch immer nicht wirklich angekommen in Deutschlands dualem Ausbildungssystem sind Jugendliche mit Migrationshintergrund: Von ihnen beginnen nur halb so viele eine klassische Lehre wie von den Jugendlichen mit deutschen Wurzeln. Die jungen Migranten beruflich zu integrieren, ist die nächste große Herausforderung für die Beteiligten des Ausbildungspakts.

Ziel des Ausbildungspakts

Den „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland“ haben die Bundesregierung und die Spitzenverbände der Wirtschaft bereits im Jahr 2004 vereinbart. Ziel war zunächst, genügend betriebliche Ausbildungsplätze anzubieten. 2010 wurde der Ausbildungspakt zum zweiten Mal verlängert. Zu den Paktpartnern gehören seitdem auch die Bundesagentur für Arbeit, die Kultusministerkonferenz und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Bis zum Ende der Laufzeit 2014 geht es vor allem darum, ein adäquates Ausbildungs- und Qualifizierungsangebot für leistungsstarke sowie leistungsschwächere Jugendliche zu schaffen.

Die sogenannte Einstiegsqualifizierung ist eine besonders erfolgreiche im Rahmen des Ausbildungspakts entwickelte Maßnahme. Sie ermöglicht Schulabgängern während eines 6- bis 12-monatigen Betriebspraktikums einen Ausbildungsberuf auszuprobieren und sich im Betrieb zu bewähren. Unternehmen, die solch eine Einstiegsqualifizierung anbieten, können einen staatlichen Zuschuss zur Praktikumsvergütung von bis zu 216 Euro im Monat bekommen. Fast jeder zweite Absolvent einer Einstiegsqualifizierung beginnt auch eine Ausbildung in diesem Betrieb.

(Stand: Mai 2013)

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