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Duale Ausbildung: Vorteile für Unternehmen und Jugendliche

Gegenüber einer rein schulischen Berufsausbildung bietet das duale Prinzip nicht nur während der Ausbildung Vorteile, sondern auch danach – und zwar den Berufsanfängern genauso wie ihren Arbeitgebern. Ein Überblick.

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Vorteil 1: Praxisnähe

Ein wesentlicher Unterschied zu Studium und Schule ist das Lernen an realen Aufgaben statt an hypothetischen Szenarien. Diese Praxisnähe motiviert die Jugendlichen in der Regel und steigert ihre Lernbereitschaft.

Vorteil 2: Tarifliche Ausbildungsvergütungen

Im Durchschnitt erhalten die Auszubildenden derzeit monatlich 737 Euro. Dieses Geld motiviert auch Jugendliche aus einkommensschwachen Familien einen qualifizierten Beruf zu erlernen. Das ist wichtig, denn wer direkt nach der Schule einen ungelernten Job annimmt, erhöht auf längere Sicht deutlich sein Risiko, arbeitslos zu werden.

Die tariflich festgelegten Vergütungen unterscheiden sich allerdings stark je nach Ausbildungsberuf, Region und Branche. Am meisten verdienen angehende Binnenschifferinnen und Binnenschiffer. Sie bekommen deutschlandweit im Durchschnitt ihrer Ausbildungsjahre 989 Euro im Monat. Die Azubis der westdeutschen Bauwirtschaft, also zum Beispiel Maurer, Stahlbetonbauer und Fliesenleger, liegen mit 986 Euro monatlich auf Platz zwei des Vergütungs-Rankings. Gut verdienen auch angehende Mechatroniker und Medientechnologen in der Druckindustrie mit rund 900 Euro pro Monat in West- wie Ostdeutschland. Am unteren Ende des Spektrums rangieren unter anderem Maler und Lackierer mit 528 Euro bundesweit, Floristen mit 312 Euro in Ost- und 460 Euro in Westdeutschland sowie Friseure mit 269 beziehungsweise 454 Euro.

Vorteil 3: Übernahmechancen

Dass die duale Ausbildung oft für Unternehmen und Azubis ein gleichermaßen lohnendes Geschäft ist, zeigen vor allem die hohen Übernahmequoten: Im Jahr 2010 wurden 61 Prozent der Ausbildungsabsolventen von ihren Lehrbetrieben übernommen. Die Unternehmen bekommen Nachwuchskräfte mit einer exakt auf den Betrieb zugeschnittenen Qualifikation und die jugendlichen Berufseinsteiger hatten zwei oder drei Jahre lang Gelegenheit, ihren künftigen Arbeitgeber kennenzulernen – und von sich zu überzeugen.

Vorteil 4: Karriereperspektiven

Eine duale Ausbildung und der erste Job sind längst nicht das Ende der Fahnenstange. Durch Weiterbildungen oder ein anschließendes Studium haben die Jugendliche gute Chancen, in anspruchsvolle Fach- und Führungspositionen aufzusteigen. An vielen Universitäten und Hochschulen wird eine Berufsausbildung sogar für das Studium angerechnet.

(Stand: Mai 2013)

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