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Holpriger Berufseinstieg – was dahinter steckt

Auf Berufseinsteiger wartet vor der Festanstellung eine ganze Reihe von Stolpersteinen. Warum der Weg ins Arbeitsleben auch hierzulande nicht ganz einfach ist.

BILD: Fotolia

Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten haben es jugendliche Berufseinsteiger manchmal schwer – aus mehreren Gründen:

  • Verwehrter Einstieg. Viele Unternehmen bemühen sich in konjunkturell schwachen Zeiten, Entlassungen mithilfe von Überstundenabbau und Kurzarbeit zu vermeiden. Neueinstellungen sind dann erst recht kein Thema, und das erschwert nicht nur Arbeitslosen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, sondern verhindert vor allem, dass junge Leute überhaupt einen Fuß in die Tür zum Berufsleben bekommen.
  • Fehlende Erfahrung. Stehen in einem Unternehmen doch Entlassungen an, trifft es die Nachwuchskräfte oft zuerst. Die älteren Kollegen haben einen entscheidenden Vorteil: Sie haben sich oft ein spezielles, vielfach sogar betriebsspezifisches Fachwissen angeeignet, sodass die Betriebe sie ungern ziehen lassen. Denn wenn sich die die Auftragslage bessert, können diese Leute kaum kurzfristig ersetzt werden – junge, vergleichsweise unerfahrene Mitarbeiter dagegen schon. 
  • Kündigungsschutz. Selbst wenn junge Beschäftigte mit speziellen Kenntnissen punkten können, ziehen sie beim Stellenabbau doch oft den Kürzeren. Ein wesentlicher Grund dafür ist auch das deutsche Kündigungsschutzgesetz. Es verlangt, dass Arbeitgeber eine sogenannte Sozialauswahl treffen, wenn betriebsbedingte Kündigungen nötig sind: Ältere Mitarbeiter, die Familie haben, müssen zunächst weiterbeschäftigt werden. Gekündigt werden also als Erstes die Jungen, die noch nicht lange im Unternehmen sind und keine Unterhaltspflichten haben.
  • Befristete Arbeitsverträge. Im Gegensatz zu älteren Beschäftigten haben die jungen Mitarbeiter zudem oft einen befristeten Arbeitsvertrag. Zwar kann daraus früher oder später eine Festanstellung werden. Doch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es für die Unternehmen leichter, Befristungen auslaufen zu lassen, als Entlassungen auszusprechen.
  • Geringerer Qualifizierungsgrad. Zu einem gewissen Teil hängt die höhere Jugendarbeitslosigkeit auch mit der Statistik zusammen. Viele junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren haben ihre Ausbildung noch gar nicht abgeschlossen. Sie studieren noch oder promovieren gar und stehen damit dem Arbeitsmarkt erst später zur Verfügung. Jene Jugendlichen dagegen, die bereits auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, haben im Durchschnitt einen geringeren Qualifizierungsgrad als ältere Bevölkerungsgruppen. Und eine geringe Qualifikation wiederum ist generell ein wesentlicher Grund für Probleme auf dem Arbeitsmarkt.

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