FAQ

Begriffe zur Zuwanderung: Was ist eigentlich ...

... Nettozuwanderung?

Die Nettozuwanderung oder der Wanderungssaldo ist die Differenz zwischen Zuwanderern und Abwanderern. Wenn per saldo viele Hochqualifizierte abwandern, spricht man von Brain Drain, im umgekehrten Fall von Brain Gain.

... die Wanderungsstatistik?

Für die Statistik über Zu- und Abwanderungen werden die Daten der Meldeämter genutzt: Als Zuwanderer zählt, wer sich aus dem Ausland kommend in Deutschland anmeldet. Die Meldedaten sind für diesen Zweck aber recht ungenau. So müssen sich Saisonarbeiter in einigen Bundesländern melden, in anderen nicht. Zudem wird die Abwanderung systematisch unterschätzt, weil sich viele Auswanderer nicht abmelden. In den Jahren 2008 und 2009 erhöhte sich die Zahl der Fortzüge künstlich, weil die Melderegister im Zuge der Vergabe der Steuer-Identifikationsnummer bereinigt wurden.

... Arbeitnehmerfreizügigkeit?

Die freie Wahl des Arbeitsorts gehört neben dem freien Warenverkehr, der Dienstleistungsfreiheit und dem freien Kapitalverkehr zu den vier Grundfreiheiten der EU. Deutschland hat den 2004 und 2007 beigetretenen Neumitgliedern allerdings nicht sofort die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährt, sondern sie für jeweils sieben Jahre ausgesetzt. Für Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Lettland, Litauen und Estland endete diese Sonderregel 2011; Bulgaren und Rumänen genießen seit 2014 die volle Freizügigkeit. Einschränkungen gibt es derzeit nur noch für Kroatien, das seit 2013 zur EU gehört. Das Recht, sich jedes EU-Land als Wohn- und Arbeitsort auszusuchen, beinhaltet jedoch nicht das Recht, dort Sozialleistungen zu beziehen. Ein solcher Anspruch besteht nur dann, wenn jemand ...

  • erwerbstätig ist, der Lohn aber nicht genügt, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.
  • erwerbstätig war und dann arbeitslos geworden ist.
  • mindestens fünf Jahre in Deutschland gelebt hat.

 

 

... das Aufenthaltsgesetz?

Das Gesetz legt fest, unter welchen Bedingungen Menschen ohne EU-Staatsbürgerschaft nach Deutschland einreisen und sich aufhalten dürfen. Neben humanitären, politischen und familiären Gründen kann auch eine geplante Erwerbstätigkeit ein Anlass für eine Einreise sein. Dies gilt aber nur für bestimmte, besonders gesuchte Qualifikationen, für Wissenschaftler mit herausgehobener Stellung sowie für Selbstständige, an denen Deutschland ein spezielles wirtschaftliches Interesse hat. Ein zeitlich beschränktes Bleiberecht haben auch Hochschulabsolventen, die im Anschluss an ihr Studium in Deutschland nach einer Arbeit suchen. Geringqualifizierte ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben bis auf die Saisonbeschäftigung, zum Beispiel aus Erntehelfer, kaum eine Möglichkeit, legal in Deutschland zu arbeiten.

 

Stand: April 2014

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