Hintergrundtext

Reportage: Wie sich die Autostadt Detroit neu erfindet (4)

Für den eigenen Traum kämpft auch Sean Moloney

Sean Moloney, Barkeeper, träumt vom eigenen Restaurant. FOTO: IW Medien/Daniel Roth

Der 32-Jährige steuert seinen silbernen Chrysler durch die Straßen der Stadt, heute ist mal frei, zwei Wochen lang hat er „geschuftet wie ein Tier“.

Moloney schmeißt die Bar im „The Well“, einer Bierpinte in Downtown. „Kein toller Job“, sagt er, egal, er träumt eh von Höherem. „In vier Jahren habe ich zwei eigene Läden, schicke Restaurants, mit Angestellten.“ Jeden Cent legt er zur Seite dafür, für die Schanklizenz, die ihn 20.000 Dollar kosten wird.

Wenn Moloney von seinen Plänen erzählt, klingt es, als wäre er der Chefverkäufer des Amerikanischen Traums. „Du kannst alles schaffen hier in diesem Land, wenn du nur alles gibst, wenn du nur hart genug arbeitest.“

Hart arbeiten, an die Zukunft glauben, egal wie schwer das fällt – vielleicht ist es das, was Amerika doch unterscheidet vom Rest der Welt. Was es doch wieder auf die Füße fallen lässt. Wenn man sich dort nur richtig ins Zeug legt.

So wie Mark Kasprzyk, Sänger der Rockband „Redlight King“, an diesem Abend. 400 Fans sind zu seinem Auftritt in Downtown gekommen, eine bunte Mischung aus Malochern und Bürohockern.

Die Gitarrenriffs sind hart, Kasprzyk singt „Built to last“, „Gebaut, um zu überdauern“. Plötzlich ändert er den Text, „Detroit wird überdauern“, die Menge jubelt, geballte Fäuste schießen hoch.

Dann ist der Song zu Ende. „Es wird ein verdammt langer Weg“, sagt Kasprzyk, fast zu sich selbst. Alle nicken.

 

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