Interview

„In Schweden ist bargeldloses Zahlen praktischer”

Markus Demary ist Experte für Geldpolitik und Finanzmärkte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Er erläutert, weshalb den Menschen in den nordeuropäischen Ländern das Bezahlen mit Karte oder Smartphone in Fleisch und Blut übergegangen ist, Bargeld als Bezahlmethode aber trotzdem nicht zu leugnende Vorteile hat.

Markus Demary ist Experte für Geldpolitik und Finanzmärkte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln; FOTO: Dennis Strassmeier/IW Medien

Wieso ist Bargeld in Deutschland noch so beliebt – und zum Beispiel in Schweden nicht mehr?

Nach Daten der Weltbank kommen in Deutschland auf 100.000 Einwohner durchschnittlich 118 Geldautomaten, in Schweden sind es nur 40. Da Bargeld schnell entwendet werden kann, bietet es sich an, nur kleine Summen in der Tasche zu haben. Das geht umso einfacher, desto mehr Geldautomaten es gibt. In Schweden dagegen ist bargeldloses Zahlen praktischer.

Gibt es Situationen, in denen Bargeld aus Ihrer Sicht unersetzlich ist?

Im Geschäftsleben nicht, da sind Zahlungsverpflichtungen ja klar geregelt. Anders ist es im Privatleben. Da kann die Barzahlung praktischer sein als eine Überweisung. Wer – ein zugespitztes Beispiel – einen Gebrauchtwagen verkaufen will, der kann sich ja nicht hundertprozentig sicher sein, dass der Käufer das Geld auch überweisen wird, nachdem er mit dem Auto davongefahren ist. Und umgekehrt gilt das Gleiche: Wer einen Gebrauchtwagen von privat kaufen will und das Geld im Voraus überweist, weiß nicht, ob er das Auto überhaupt zu sehen bekommt. Solche Probleme tauchen beim Bargeld erst gar nicht auf.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren ...

Projekte & Tools

Unterrichtsmaterialien

Lehrerservice

Quick-Finder
Aktuelle Themen

Ich brauche ...

THEMA


FORMAT


SCHLAGWORT


Neue Unterrichtsmaterialien und Informationen zu aktuellen Themen – bleiben Sie auf dem Laufenden.

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Anregungen.