FAQ

FAQ zur Mittelschichtsforschung

Woher weiß man, wie viel die Bundesbürger verdienen?

Am genauesten gibt das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin Auskunft über die Lebenssituation der Bundesbürger. Das SOEP ist eine repräsentative jährliche Befragung von mehreren Tausend Privathaushalten in Deutschland. Seit 1984 werden – soweit möglich – dieselben Haushalte zu verschiedenen Aspekten ihres Lebens wie Familie, Einkommen, Beruf und Gesundheit befragt. Dadurch lassen sich gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen in Deutschland sehr gut beobachten.

Was heißt Bedarfsgewichtung und warum haben Familien mehr vom Einkommen?

Teilen sich zwei Erwachsene einen Haushalt, benötigen sie zwar ein höheres Einkommen als ein Single, um sich einen vergleichbaren Lebensstandard zu leisten. Ihr Einkommen muss aber nicht doppelt so hoch sein, denn der Zweipersonenhaushalt kann einiges an Kosten sparen: Zwei Menschen brauchen zum Beispiel weder zwei Kühlschränke noch zwei Waschmaschinen.

Nach EU-Konvention gehen Verteilungsforscher daher meist davon aus, dass Zweipersonenhaushalte dann einen ähnlichen Lebensstandard wie Alleinlebende erreichen, wenn sie über das Anderthalbfache des Single-Einkommens verfügen. Für jedes weitere Haushaltsmitglied ab 14 Jahre erhöht sich dieser Faktor um 0,5. Für Kinder unter 14 Jahre wird ein geringerer Bedarf unterstellt. Ein Paar mit einem Kleinkind muss daher ein 1,8mal so hohes Einkommen haben wie ein Einpersonenhaushalt, eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren benötigt das 2,1-Fache.

 

Was ist der Unterschied zwischen Median und Durchschnitt?

Der Median ist als statistischer Vergleichsmaßstab eine Alternative zum arithmetischen Mittel. Der Median des monatlichen Netto-Äquivalenzeinkommens lag 2010 in Deutschland bei genau 1.638 Euro. Das bedeutet, die Hälfte aller Einkommensbezieher hat netto weniger als 1.638 Euro und die andere Hälfte mehr verdient. Für das Durchschnitts-Einkommen werden dagegen alle Einkommen zusammengerechnet und durch die Anzahl der Einkommensbezieher geteilt. Es lag 2009 bei 1.789 Euro pro Monat. Der Median hat gegenüber dem Durchschnitt den Vorteil, dass er sich nicht durch extreme Entwicklungen an den Rändern verändert. Stark steigende Spitzenverdienste zum Beispiel erhöhen zwar das Durchschnitts- nicht aber das Median-Einkommen.

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