Hintergrundtext

So bannt die expansive Geldpolitik die Deflationsgefahr

Die Maßnahmen der EZB sollen vor allem über diese drei Scharniere wirken.

Hier wird die europäische Geldpolitik bestimmt: das neue Gebäude der EZB in Frankfurt am Main. FOTO: EZB
  • Signale: Der massive Ankauf von Staatsanleihen mit langer Laufzeit signalisiert den Marktteilnehmern, also vor allem den Banken, aber auch den Unternehmen und den privaten Haushalten, dass das Geldangebot langfristig steigt und die Zinsen ebenso langfristig niedrig bleiben. So soll die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wieder in Schwung kommen.
  • Inflationserwartungen: Die lockere Geldpolitik sorgt dafür, dass die meisten Menschen zumindest nicht mehr mit fallenden Preisen rechnen und teils sogar Inflationsängste hegen. Dies beeinflusst ihr Verhalten: Vermieter verlangen vorausschauend höhere Mieten und die Gewerkschaften fordern in Tarifverhandlungen höhere Löhne. Und genau das trägt schließlich dazu bei, dass die Preise tatsächlich steigen.
  • Abwertung: Wegen der niedrigen Zinsen ist die Nachfrage nach Euro an den Währungsmärkten niedrig, gleichzeitig ist aber das Euro-Angebot aufgrund der expansiven Geldpolitik groß. Dass der Euro gegenüber anderen Währungen wie dem Dollar oder dem Schweizer Franken an Wert verliert, ist also nur logisch. Doch was zunächst besorgniserregend klingt, freut die Exportwirtschaft. Deren Geschäfte laufen bei einem billigeren Euro besser, denn die Nachfrage nach Produkten made in Euro-Land steigt und das wiederum macht dann Preiserhöhungen möglich beziehungsweise wahrscheinlich.

 

Stand: Juni 2015

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