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Voraussetzungen für den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik

Auch wenn derzeit viel für eine lockere Geldpolitik spricht, es gibt sie nicht zum Nulltarif. Damit die EZB umsteuern kann, müssen drei Bedingungen erfüllt sein.

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Die niedrigen Zinsen treffen vor allem die Sparer hart (Grafik):

Seit mittlerweile vier Jahren reichen die Nominalzinsen nicht einmal mehr aus, um die Inflation auszugleichen – die Realzinsen sind also negativ und Sparguthaben verlieren sukzessive an Wert.

Umsteuern kann die EZB erst, wenn klar ist, dass höhere Zinsen hochverschuldete Länder wie Griechenland, Portugal, Italien und Irland nicht in den Ruin treiben würden. Dazu müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein, und zwar gleichzeitig:

  • 1. Die Schulden müssen zumindest zum Teil abgebaut werden.
  • 2. Die Wirtschaft der Krisenländer braucht Wachstumspotenzial – und das heißt vor allem: international konkurrenzfähige Unternehmen. Denn: Je stärker die Wirtschaftsleistung wächst, desto leichter können die Schuldner ihren Schuldendienst verkraften. Der Staat hat mehr Steuereinnahmen und auch die Unternehmen und Haushalte haben mehr finanzielle Mittel zur Verfügung.
  • 3. Die Deflation muss gestoppt werden. Solange die Preise sinken und die Einkommen zumindest nicht steigen, nimmt der Realwert der Schulden zu – und ihr Abbau wird sowohl für den Staat als auch für die privaten Haushalte immer schwieriger.

 

Stand: Juni 2015

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