Hintergrundtext

Wohneigentum als Altersvorsorge?

Ob das Häuschen im Grünen oder die Eigentumswohnung als Altersvorsorge taugt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

FOTO: Fotolia/flohjoh

Das wohl wichtigste Argument für den Kauf einer Immobilie ist die Altersvorsorge. Wer Miete zahle, schmeiße sein Geld praktisch zum Fenster raus, sagen spitze Zungen. Besser ist es nach dieser Logik, mit den monatlichen Aufwendungen einen Kredit zur Finanzierung eines Hauses oder einer Wohnung abzuzahlen und am Ende eine Immobilie zu besitzen – während Mieter mit leeren Händen dastehen.

Ganz so einfach ist die Rechnung jedoch nicht. Inwieweit ein Haus zur Altersvorsorge taugt, hängt auch davon ab, wie sich der Wert der Immobilie entwickelt. Und dafür wiederum sind mehrere Faktoren maßgeblich:

Instandhaltung: Wer nicht möchte, dass sein Dach überm Kopf verfällt, muss auch nach dem Kauf immer wieder Geld in Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen stecken. Sind erst mal Schäden an der Bausubstanz vorhanden oder die Ausstattung ist schlicht und einfach unmodern, kann ein Eigenheim auch kräftig an Wert verlieren.

Region und Lage: In prosperierenden Regionen wie Frankfurt oder München ist eher mit einem steigenden Immobilienwert zu rechnen als in Gegenden mit zunehmenden Leerständen, zum Beispiel im Osten Deutschlands, in den kriselnden Ruhrgebiets-Städten und generell in strukturschwachen ländlichen Gebieten.

Auch innerhalb von Städten und Orten gibt es Unterschiede in der Lage, die die Wertentwicklung beeinflussen können. Ein aufstrebendes In-Viertel – möglichst bevor die Gentrifizierung in vollem Gang ist – verspricht in Sachen Wertentwicklung mehr als Neubaugebiete am Stadtrand oder gar die Hochhaussiedlungen aus den siebziger Jahren. Und ein Ort mit S-Bahn-Anschluss in die nächste Großstadt dürfte eine bessere Entwicklung der Immobilienpreise vor sich haben, als einer fernab von Bahnstrecken und Autobahnen. Ein Quäntchen Unsicherheit aber bleibt immer dabei: Denn so manche Gemeinde oder Stadt, die heute auf dem absteigenden Ast scheint, ist morgen vielleicht gefragt. Das wohl beste Beispiel dafür ist die VW-Stadt Wolfsburg – einst graue Maus im ehemaligen niedersächsischen Zonenrandgebiet mit hoher Arbeitslosigkeit, heute einer der erfolgreichsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands mit einem immer attraktiver werdenden Immobilienmarkt.

Ob ein Eigenheim im Alter also mit Gewinn oder Verlust zu verkaufen ist, lässt sich nicht genau vorhersagen. Diese Sorgen wiederum haben Mieter zwar nicht – dafür sind sie jedoch dem Risiko von Mieterhöhungen ausgesetzt, während Käufer ihre finanzielle Belastung über einen längeren Zeitraum genau kalkulieren können, aber eben auch an den Schuldendienst gebunden sind. Welche Variante besser zum eigenen Leben und zur Persönlichkeit passt, sollte somit gut überlegt sein.

 

Stand: September 2014

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