Hintergrundtext

Siegel sind eine Orientierungshilfe

Verschiedene Produkt-Kennzeichnungen erleichtern die Auswahl im Supermarkt. Ein Überblick.

Das Fairtrade-Siegel garantiert Erzeugern aus Entwicklungsländern für ihre Produkte Mindestpreise, die Lebenshaltungs- und Produktionskosten decken sollen. FOTO: ddp

Gesund essen, umweltfreundlich einkaufen und dabei auch noch Menschen in Entwicklungsländern helfen – am liebsten würden wir wohl alle so handeln. Trotzdem sind die hehren Vorsätze im Alltag nicht so ganz einfach in die Praxis umzusetzen. Mittlerweile hilft jedoch eine Reihe von Siegeln dabei, im Supermarkt jene Lebensmittel herauszufiltern, die bestimmte Kriterien erfüllen. Die Einhaltung der Siegel-Standards wird in der Regel von unabhängigen – privaten oder staatlichen – Stellen überprüft.

Das EU-Bio-Siegel kennzeichnet Produkte, die die Mindeststandards der europäischen Verordnung zum ökologischen Landbau erfüllen – beispielsweise müssen 95 Prozent der Zutaten eines solchen Lebensmittels aus dem Öko-Landbau stammen.

Die Siegel der ökologischen Anbauverbände – zum Beispiel Demeter, Bioland, Naturland, Gäa oder Biopark - gehen noch über die Kriterien der europäischen Öko-Verordnung hinaus: So muss etwa der gesamte Hof, der Bioprodukte erzeugt, auf biologische Landwirtschaft umgestellt werden, während laut EU-Öko-Richtlinie auch eine Teilumstellung zulässig ist.

Das Fairtrade-Siegel ziert fair gehandelte und nachhaltig produzierte Waren aus Entwicklungsländern, wobei nur ein Teil der Fairtrade-Produkte auch biologisch angebaut wird. Der Absatz dieser Güter hat sich in Deutschland zuletzt rasant entwickelt (siehe Grafik): Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Fairtrade-Produkte im Wert von rund 340 Millionen Euro verkauft, 2003 betrug der Umsatz erst 51 Millionen Euro. Innerhalb dieses Zeitraums hat sich allerdings die Produktpalette stark vergrößert: Stammten früher vor allem Kaffee, Tee und Kakao aus fairem Handel, so können die Bundesbürger inzwischen auch Gebäck, Nüsse, Eis, Fruchtsaft und sogar Fußbälle mit dem Fairtrade-Siegel erwerben.

Der Blaue Engel, das weltweit erste Umweltsiegel, prangt ebenfalls auf einigen Nahrungsmitteln, zum Beispiel auf Säften und Wasser in Mehrwegflaschen. Mit dem Blauen Engel klassifizierte Produkte sind im Vergleich zu vergleichbaren Waren besonders umweltfreundlich.

Das MSC-Label (Marine Stuartship Council) kennzeichnet wild gefangenen Fisch aus nachhaltiger Herkunft. Aktuell holen die derzeit 131 zertifizierten, internationalen Fischereibetriebe rund 5 Millionen Fisch und Meerestiere im Jahr aus den Seen und Meeren, das sind 6 Prozent der weltweiten Fangmenge.

Das ASC-Siegel (Aquaculture Stuartship Council), dessen Standards zurzeit vom World Wildlife Fund entwickelt werden, soll in Kürze nachhaltige Fischzuchten auszeichnen.

Das Stop-Climate-Change-Etikett, das beispielsweise auf Saft und Bananen klebt, weist auf die Klimafreundlichkeit dieser Waren hin: Der unvermeidbare Ausstoß von Treibhausgasen, der bei diesen Gütern im Produktionsprozess auftritt, wird durch den Kauf von Emissionsrechten kompensiert.

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