Hintergrundtext

Wie Deutschland zu mehr Gründern kommen kann

Unterstützung und vor allem Bildung sind die Schlüsselwörter, mit denen sich das Gründungsgeschehen in Deutschland beflügeln lässt.

Das Verhältnis der Bundesbürger zum selbstständigen Unternehmertum könnte besser sein. Doch woran hapert es hierzulande? Eins ist offensichtlich: Existenzgründung ist eine Frage des Geschlechts. Für den Global Entrepreneurship Monitor (GEM) werden Männer und Frauen regelmäßig nach ihren Gründungsaktivitäten in den zurückliegenden drei Jahren befragt (Grafik):

Im Jahr 2014 gaben 6,5 Prozent der befragten Männer, aber nur 4 Prozent der Frauen an, sie würden gerade an der Gründung eines Unternehmens arbeiten oder hätten dies in der jüngeren Vergangenheit getan – und dieser Unterschied besteht seit Jahren.

Weibliche Gründungsscheu ist zwar kein typisch deutsches, sondern ein internationales Phänomen, sie bietet aber trotzdem einen Ansatzpunkt dafür, wie Deutschland zu mehr Unternehmensgründungen kommen könnte: nämlich indem gezielt Frauen unterstützt und ans Unternehmerinnen-Dasein als Karriere-Option herangeführt werden. Dass Luft nach oben besteht, demonstrieren zum Beispiel die US-Amerikanerinnen und Kanadierinnen, aber auch Niederländerinnen und Britinnen mit Gründungsquoten zwischen 7 und 11 Prozent.

Ein anderer Ansatzpunkt wäre, etwaige Gründungshemmnisse abzubauen. Nach den GEM-Ergebnissen scheint das Gründungsklima hierzulande einer der größten Schwachpunkte zu sein: Es herrscht keine echte Gründungskultur und die gesellschaftliche Einstellung zum selbstständigen Unternehmertum ist eher negativ.

Als problematisch gelten außerdem die Vielzahl an Regulierungen sowie das Steuersystem und der Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft zum Beispiel durch AusgründungenFAQ zum Thema Gründung: Was ist eigentlich..., während Infrastruktur und Fördermaßnahmen als gut eingestuft werden.

Das Hauptproblem ist jedoch, dass es vielen Menschen schlicht und einfach an Gründungs-Know-how mangelt: Die schulische, aber auch die außerschulische Gründungsbildung in Deutschland wurden im GEM als besonders schlecht einschätzt. Abhilfe schaffen können hier zum Beispiel die Gründerwochen und Beratungsangebote der Industrie- und Handelskammern, Schülerfirmen-Projekte wie JUNIOR, vor allem aber: generell mehr Wirtschaftsbezug im Schulunterricht.

 

(Stand: Dezember 2015)

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