Hintergrundtext

Schüler spielen Unternehmer

Deutschland zählt nach wie vor zu jenen Ländern, in denen eher wenige Menschen auf die Idee kommen, sich beruflich selbstständig zu machen. Junge Leute lernen in sogenannten Schülerfirmen, sich mit dieser Idee vertraut zu machen.

Eine Schülerfirma entsteht im Klassenzimmer. FOTO: IW Junior gGmbH

Kunden designen via Internet ihre Handtaschen selbst, mischen individuelle Parfums oder bestellen frisch gerösteten Kaffee direkt bei der Rösterei ihrer Wahl – der Ideenreichtum von Unternehmensgründern ist schier unendlich. Vor dem Start wartet auf die Neu-Chefs aber der lange Gang durch die Bürokratie: Laut Weltbank dauert es in Deutschland 15 Tage, alle Verwaltungsakte für eine Unternehmensgründung über die Bühne zu bringen; in Norwegen klappt das schon in sieben Tagen.

Mit solch bürokratischen Hindernissen müssen sich Schülerfirmen zum Glück nicht herumschlagen. Für sie ist es erst einmal wichtig, von der Idee zum Produkt zu kommen: Allein bei JUNIOR, dem Wettbewerb für Schülerunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), haben in diesem Jahr wieder mehr als 7.800 Schülerinnen und Schüler in 542 Unternehmen das Chefsein geübt.

Als Belohnung winkt der Europa-Wettbewerb

Sieben Schüler von ihnen vertraten Deutschland nun beim Europawettbewerb in Norwegen. Für die Schülerunternehmer „envolisten“ aus Kamen, die mit einem Hörspiel für Kinder und Jugendliche über Umweltschutz und regenerative Energien antraten, reichte es gegen die starke Konkurrenz aus 34 europäischen Ländern allerdings nicht für einen Platz auf dem Siegertreppchen. Ganz oben in Oslo landeten die Kids von „Summit Enterprise“ aus Großbritannien mit „Click“, einem Parfum-Stift, der schreiben kann und gleichzeitig Parfum versprüht.

Insgesamt traten 250 Schülerinnen und Schüler beim Europawettbewerb gegeneinander an. Diesen alljährlichen Wettbewerb organisiert die Junior Achievement Young Enterprise Europe (JA-YEE) bereits seit 1990. Sie ist mit 38 Mitgliedsländern die größte europäische Organisation, die Schülern praxisnah Wirtschaft vermittelt. Im Schuljahr 2009/2010 haben insgesamt 3,1 Millionen Schülerinnen und Schüler an den JA-YEE-Programmen teilgenommen.

Kennzeichen der Schülerfirmen ist ihre Praxisnähe: Jugendliche ab Klasse 7 allgemeinbildender oder beruflicher Schulen werden für ein Jahr zu Jungunternehmern, die ihre Geschäftsidee am Markt etablieren und die Praxis des Gründungsalltags meistern müssen.

In den Bundesländern finden jedes Jahr Landeswettbewerbe statt, bei denen jeweils zehn Teams antreten. Die Landessieger wetteifern beim Bundeswettbewerb um den nationalen Sieg. Der Bundessieger reist dann zum Europawettbewerb.

Bisher erreichten deutsche JUNIOR-Teams im Europawettbewerb dreimal den ersten Platz, einmal den zweiten Platz und dreimal Platz 3. JUNIOR ist – mit Ausnahme Bremens – bundesweit vertreten.

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