Hintergrundtext

Wie viel Sportler für ihr Hobby ausgeben

Halb Deutschland frönt dem Sport – und das meiste Geld geht dabei fürs Hin- und Herfahren drauf. Das sind – salopp formuliert – die wesentlichen Erkenntnisse einer Studie der Universität Mainz zum Sportkonsum. 

FOTO: Fotolia/Fotoimpressionen

Um herauszufinden, wie viel Geld Privatleute für ihre sportlichen Interessen ausgeben, haben die Sportwissenschaftler der Universität Mainz zwischen 3.500 und 10.000 Web- beziehungsweise Telefoninterviews geführt, und zwar in drei über das Jahr verteilten Erhebungswellen, um saisonale Schwankungen auszuschließen. Die Ergebnisse:

Viele Sportler und viele Sportfans

Mehr als die Hälfte der über 16-Jährigen treibt Sport. Die meisten Anhänger hat der Radsport. Rund 34 Prozent der Deutschen treten mehr oder weniger regelmäßig in die Pedale. Es folgen das Schwimmen mit 31 Prozent, Wandern mit 27 Prozent und Laufen mit 25 Prozent. Fußball liegt im Aktiven-Ranking lediglich auf Platz 9: Gerade einmal 11 Prozent der erwachsenen Bundesbürger jagen selbst den Ball über den Platz.

Anders sieht das Bild beim passiven Sportkonsum aus. Hier liegt König Fußball unangefochten an der Spitze: Jeder zehnte Deutsche über 16 Jahren gibt Geld fürs Fußballgucken aus. Bei allen übrigen Sportarten ist der Zuspruch fast um den Faktor 100 kleiner. Lediglich 0,1 (Gymnastik) bis 0,4 Prozent (Radsport) der über 16-Jährigen geben Geld aus, um anderen Menschen bei diesen Sportarten zuzuschauen.

Sportliebe in Euro und Cent

Die Bundesbürger geben für ihre eigenen Sportaktivitäten etwa achtmal so viel aus wie fürs passive Zuschauen – im Jahr 2010 waren es fast 78 Milliarden Euro (Grafik rechts). Besonders teure Sportgüter wie Pferde, Sportboote und Motorsportfahrzeuge sind hier noch nicht einmal eingerechnet. Den größte Posten des aktiven Sportkonsums bildet überraschenderweise weder Kleidung (10 Milliarden Euro), noch Ausrüstung (9 Milliarden), sondern die Fahrerei: Um ins Fitnessstudio, zum Sportplatz, in den Wald oder in die Berge zu kommen, gaben die privaten Haushalte 2010 insgesamt knapp 26 Milliarden Euro aus – und noch einmal 14 Milliarden Euro kamen für Sportreisen hinzu.

Für den passiven Sportkonsum wendeten die Fans dagegen lediglich 10 Milliarden Euro auf, das meiste davon – 4 Milliarden Euro – für Eintrittskarten (siehe dazu auch die Grafikstrecke). Auch für Unterkunft, Verpflegung, Pay-TV und sonstigen Medienkonsum fällt einiges an, während Sportwetten und passive Vereinsmitgliedschaften eher untergeordnete Posten sind.

Reiten ist das teuerste Sportvergnügen

Die mit Abstand zahlungsfreudigsten Sportler sitzen auf dem Rücken der Pferde. Jeder einzelne Reiter gaben im Jahr 2010 durchschnittlich 1.242 Euro für sein Hobby aus (Grafik rechts). Ähnlich kostspielig sind der Motorsport und der Skisport, während Läufer mit im Schnitt 180 Euro pro Jahr vergleichsweise günstig wegkommen. Weil aber wesentlich mehr Bundesbürger Ski fahren als reiten, führt der Wintersport die Liste der Gesamtausgaben an: Für den aktiven und passiven Sportkonsum zahlten die Skifans 2010 insgesamt fast 10 Milliarden Euro (siehe dazu auch die Grafikstrecke). Auf Platz zwei der Gesamtausgaben liegt der Fußball mit 9,7 Milliarden Euro, die vor allem aus der schieren Masse an Fußballfans resultieren.

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