Wirtschaftslexikon

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Devisenhandel

Als Devisenhandel wird der An- und Verkauf von ausländischem gegen inländisches Buchgeld oder gegen andere Devisen bezeichnet, z.B. Bankguthaben, Wechsel oder Schecks; nicht: Banknoten oder Münzen (Sorten).

Devisenmarkt

Am Devisenmarkt (Devisenbörse) kommen Angebot und Nachfrage nach einer Währung zusammen, und es werden Wechselkurse festgestellt, zu denen der Handel stattfindet. Man unterscheidet zwischen Devisenkassahandel, bei dem die Tauschgeschäfte umgehend erfüllt werden, und dem Devisenterminhandel, bei dem beim Geschäftsabschluss zwar ein Wechselkurs festgelegt wird, die Abwicklung des Geschäfts jedoch in der Zukunft erfolgt.

Umsätze an Devisenmärkten weltweit

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ermittelt regelmäßig die Umsätze an den weltweiten Devisenmärkten (Kassa- und Terminmarkt). Im April 2010 lag der globale Devisenmarktumsatz pro Tag bei rund 4.000 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 1998 waren es - bereinigt um Wechselkursveränderungen - noch rund 1.700 Milliarden US-Dollar. Hochgerechnet auf ein Jahr (mit 250 Handelstagen) ergibt das im Jahr 2010 einen Umsatz von 1.000.000 Milliarden US-Dollar. Im Verhältnis zum Wert der jährlichen weltweiten Exporte von Waren und Dienstleistungen von über 18.000 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 erscheint der globale Devisenmarktumsatz sehr hoch.

Risikoabsicherung

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf zeitweise auftretende Währungskrisen wird zuweilen kritisiert, der große Umfang des weltweiten Devisenhandels sei vor allem durch eine destabilisierende Spekulation gekennzeichnet. Viele Devisenmarkttransaktionen haben jedoch im Gegenteil mit Risikoabsicherung zu tun. So werden etwa viele Exportgeschäfte oder auch Wertpapieranlagen über die Devisenterminmärkte gegen Währungsschwankungen gesichert. Zudem verschieben die Banken auch auf internationaler Ebene größere Finanzpositionen (z. B. risikoreiche Kredite oder Währungsgeschäfte) zu anderen Geschäftspartnern, weil sie besser in deren Risikokalkül passen.

Aufwändigere Transaktionen

Daneben sind beispielsweise bei einem Tausch zweier nicht direkt miteinander gehandelter Währungen - beispielsweise dem mexikanischen Peso und der tschechischen Krone - mehrere Transaktionen nötig, um etwa über Dollar und Euro schließlich vom der einen Währung zur anderen zu kommen. In der Konsequenz folgen jedem grenzüberschreitenden Handelsgeschäft zwischen Unternehmen nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds sechs bis zehn Geschäfte zwischen Banken.