Wirtschaftslexikon

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Eurobonds

Bisher sind sie nur eine Idee – wiederbelebt wegen der Schuldenkrise einiger Euro-Staaten. Mit der als Eurobonds bezeichneten Form einer Anleihe würden die 17 Länder der Euro-Zone gemeinsam Schulden auf dem Finanzmarkt aufnehmen und die Summe unter sich aufteilen. Möglich wäre das sogar für alle 27 Staaten in der EU. Über die Wertpapiere würden alle beteiligten Länder zusammen dafür haften, dass Zinsen geleistet werden und der geliehene Betrag bei Fälligkeit zurückgezahlt wird. Was steckt dahinter? Die Euro-Staaten mit den größten Haushaltsproblemen wie Griechenland oder Spanien tun sich schwer, Geld auf den Finanzmärkten zu leihen. Das gelingt ihnen derzeit nur, wenn sie relativ hohe Zinsen dafür bieten. Denn ihre Bonität ist vergleichsweise gering. Das heißt, es besteht das Risiko, dass sie ihre Schulden nicht zurückzahlen können. Geldgeber wollen für diese Ausfallwahrscheinlichkeit eine Prämie in Form von höheren Zinsen.

Auf der anderen Seite gibt es Länder wie Deutschland, Finnland und Luxemburg mit einer relativ hohen Bonität. Sie müssen entsprechend weniger Zinsen für ihre Anleihen zahlen. Eurobonds würden die Risiken aller Länder gewissermaßen mischen. Schwächere Staaten hätten dann den Vorteil, niedrigere Zinsen zahlen zu müssen als jetzt. Denn die Staatengemeinschaft würde für die Rückzahlung der Schulden geradestehen. Auf der anderen Seite müssten die Länder mit der solideren Schuldenpolitik damit rechnen, für Eurobonds höhere Zinsen zu zahlen als aktuell für ihre eigenen Staatsanleihen.

Quelle: AKTIVonline, Joachim Herr