Wirtschaftslexikon

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Europäische Zentralbank (EZB)

Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert die Geldpolitik aller 17 Staaten der Euro-Zone. Die Institution mit Sitz in Frankfurt am Main wurde 1998, sieben Monate vor Einführung der Gemeinschaftswährung, gegründet. Sie ist unabhängig und daher nicht an Weisungen der Politik gebunden. Die EZB handelt im Verbund mit den nationalen Notenbanken der Euro-Staaten, zu denen auch die Deutsche Bundesbank gehört. Viele Verwaltungsaufgaben, etwa die Versorgung der Geschäftsbanken mit Zentralbank-Geld oder die Ausgabe neuer Banknoten und Münzen, erledigen weiterhin die Notenbanken in den einzelnen Staaten.

 

Aufgaben

Die wichtigen geldpolitischen Entscheidungen trifft der EZB-Rat. Ihm gehören neben den 17 Präsidenten der nationalen Notenbanken sechs Direktoriumsmitglieder der EZB an. Das Gremium legt Leitlinien für die Euro-Zone fest und bestimmt auch die Höhe der Leitzinsen, die große Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen haben. Ihr Mandat verpflichtet die EZB dazu, vorrangig für Geldwertstabilität im Euro-Gebiet zu sorgen. Ziel ist eine Inflationsrate von maximal 2 Prozent. Darüber hinaus soll sie jedoch auch die allgemeine Wirtschaftspolitik der EU unterstützen, „soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisniveaustabilität möglich ist“. Wie schwierig das Wirken der EZB in einem hochpolitischen Umfeld ist, zeigt sich seit dem Beginn der Euro-Krise immer wieder – wenn es zum Beispiel um die Käufe von Anleihen verschuldeter Staaten geht. Innerhalb der Zentralbank wird regelmäßig über den richtigen Kurs diskutiert. Deutsche und nordeuropäische Vertreter bestehen in der Regel auf einer Stabilitätspolitik. Südeuropäer sind eher bereit, die Geldpolitik der EZB an wirtschaftspolitischen Zielen auszurichten.

Quelle: AKTIVonline, Michael Stark