Wirtschaftslexikon

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Globalisierung

Globalisierung im engeren Sinne bezeichnet die Strategieform einer grenzüberschreitenden Unternehmung. Dabei werden weltweit Wettbewerbsvorteile über die Ausnutzung von Standortvorteilen und über die Erzielung von Skalenerträgen aufgebaut. Neben dieser wirtschaftlichen Globalisierung über die Verflechtung der Märkte werden heute vor allem auch die kulturelle und die politische Globalisierung diskutiert.

Globalisierungstheorie

Die These der Globalisierungstheoretiker ist, dass die Globalisierung Auslöser eines Konvergenzprozesses ist, bei dem sich unterschiedliche Sozialisationen aufgrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen immer weiter annähern. Auch kulturelle Differenzen gleichen sich demnach allmählich aus.

Kritiker halten dieser Konvergenztheorie entgegen, dass die meisten Produkte und sonstigen Unternehmensaktivitäten nicht standardisierbar sind. Als Gründe nennen sie unterschiedliche sozioökonomische, natürlich-technische, soziokulturelle und politisch-rechtliche Rahmenbedingungen der Länder.

Messung der Globalisierung

Das ökonomische, politische und sozio-kulturelle Zusammenwachsen der Welt  wird  mit einem Index gemessen. Dabei werden nicht nur ökonomische Indikatoren einbezogen: Neben Daten zu Handelsbeschränkungen sowie Handels- und Investitionsströmen werden auch soziale Indikatoren wie Telefon- und Internetverkehr sowie politische Indikatoren, zum Beispiel die Mitgliedschaft in internationalen Organisationen oder Missionen des UN-Sicherheitsrates, einbezogen. Der Index zeigt, dass sich das Tempo der Globalisierung seit Ende der 1980er Jahre beschleunigt hat.

Besonders in dem rasanten Anstieg der Direktinvestitionen der vergangenen 25 Jahre um mehr als die Hälfte des nominalen Welt-Bruttoinlandproduktes, aber auch in den stetig steigenden nominalen Weltexporten sehen Ökonomen eine zunehmende Verflechtung der internationalen Wirtschaftsräume. Großen Anteil daran haben multinationale Unternehmen mit ihren Auslandinvestitionen und teils weltumspannenden Produktionsnetzwerken.

Auswirkung der Globalisierung

Der Handels- und Kapitalaustausch über die Ländergrenzen hinweg macht eine Spezialisierung der Länder auf die Produkte möglich, die sie besser oder günstiger herstellen können als andere. Dabei spezialisiert sich das einzelne Land auf Produktionsfaktoren wie Rohstoffe oder auch Wissen, über die es reichlich verfügt. Aus dieser besseren Nutzung der Produktionsfaktoren resultieren Wohlstandsgewinne.

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(Stand: Juni 2012)

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