Wirtschaftslexikon

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Unternehmer

Seiner ursprünglichen Bedeutung nach steht der Begriff Unternehmer für Menschen, die ein eigenes Unternehmen selbstständig, eigenverantwortlich und damit auf eigenes Risiko leiten. Dieser Unternehmer ist also zugleich auch Eigentümer. Durch die Entstehung großer Aktiengesellschaften im 19. Jahrhundert kam der "angestellte Unternehmer", also der Manager hinzu.

Ganz allgemein formuliert lässt sich als Unternehmer bezeichnen, wer auf eigenes Risiko marktrelevant handelt. Für eine moderne Gesellschaft ist der private Unternehmer als ein freier und gestaltungswilliger Mensch unverzichtbar. Doch auch der Staat kann sich als Unternehmer betätigen, indem er eigene Unternehmen betreibt (wie früher die Post und die Bahn) oder sich daran beteiligt. Es hat sich indes erwiesen, dass Staatsunternehmen sich auf Dauer im internationalen Wettbewerb kaum behaupten können. Ihnen fehlt, weil sie zudem oft eine monopolähnliche Stellung haben, unter anderem der "gesunde Druck des Marktes."

Die privaten Unternehmen dagegen erhalten ihre Rückmeldungen direkt vom Markt. Wenn ein Betrieb zum Beispiel technisch oder preislich nicht mehr wettbewerbsfähig ist, droht ihm über kurz oder lang der Konkurs. Diese "marktwirtschaftliche Auslese" wiederum lässt die Volkswirtschaft eines Landes auf Dauer konkurrenzfähig werden und ist somit eine wichtige Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Wohlstand.

Unternehmer zu sein heißt vor allem, permanent zwischen den betriebswirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen, volkswirtschaftlichen und umweltbezogenen Erfordernissen abwägen zu müssen. Der Begriff Unternehmer hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte wesentlich erweitert. Mittlerweile wird auch von Mitarbeitern als "Mit-Unternehmer" gesprochen, vom "Unternehmer im Unternehmen" oder auch vom "Lebensunternehmer" und der "Ich-AG".

In einem höheren Sinne ist daher jeder ein Unternehmer, dem es gelingt, ein Einkommen zu erzielen: Ökonomisch gesehen setzt sie oder er Humankapital ein, sucht einen Arbeitsplatz und investiert in sich selbst in Form von Bildung und Weiterbildung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Insoweit handelt es sich beim Unternehmerdasein auch um eine Geisteshaltung - eine Einstellung, die insbesondere für die weitere Internationalisierung der Wirtschaft immer wichtiger wird. (Me)

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