Ostafrika: Eine Region im Aufbruch

Globalisierung und Europa

Sekundarstufe II

Hintergrundtext
18.07.2019
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In den vergangenen 20 Jahren hat sich Ostafrika dynamisch entwickelt. Der Zusammenschluss von sechs Ländern zur East African Community mit einem gemeinsamen Markt birgt zusätzliche Wachstumschancen. Dennoch ist vielerorts die Armut längst nicht überwunden. Drei Länder im Kurzporträt.

Ruanda. Die mit gut 61 Prozent weltweit höchste Frauenquote im Parlament – das ist nur eine der bemerkenswerten Kennzahlen, mit denen einer der kleinsten Staaten Afrikas aufwarten kann. Das seit Jahren hohe Wirtschaftswachstum gehört ebenfalls dazu. Vor allem aber hat die Regierung unter Präsident Paul Kagame einen unternehmerfreundlichen Kurs eingeschlagen – so versucht sie, die Gründerkultur und den Telekommunikationsausbau zu fördern. Der Lohn:

Im „Doing Business“-Ranking der Weltbank belegt Ruanda einen sehr guten 29. Platz – und liegt damit nur fünf Plätze hinter Deutschland.

Potenzial sieht das Land unter anderem im Tourismus. Dabei setzt es nicht nur auf Urlauber, die zum Beispiel die Berggorillas in der Region der Virunga-Vulkane bestaunen können. Vielmehr will vor allem die Hauptstadt Kigali zum attraktiven Ziel für internationale Konferenzen und andere Events werden. Ein erster Erfolg auf diesem Weg: Bereits kurz nach seiner Eröffnung im Juni 2016 richtete das Kigali Convention Centre das große Gipfeltreffen der Afrikanischen Union aus.

Tansania. Seit den 1990er Jahren hat sich die zuvor sozialistisch ausgerichtete Regierung zunehmend der Marktwirtschaft geöffnet und damit die Wirtschaftskraft erheblich gesteigert. Aus der Ära des Sozialismus erhalten blieb die starke Anbindung an China:

Im Jahr 2017 importierte Tansania Waren im Wert von gut 1,5 Milliarden Dollar aus China – das waren 19 Prozent aller Einfuhren. Damit war das Reich der Mitte der wichtigste Güterlieferant.

Eine große Herausforderung für die Zukunft Tansanias ist es, die Landwirtschaft weiterzuentwickeln. Nur gut 15 Prozent der nutzbaren Flächen werden tatsächlich bewirtschaftet – und das oft nur zur Sicherstellung des eigenen Lebensunterhalts. Daher sind zwar etwa 65 Prozent aller Beschäftigten im Agrarsektor tätig – dieser trägt aber nicht einmal 30 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei.

Uganda. Wie in allen Ländern der Region ist Armut nach wie vor ein großes Problem. Immerhin: Uganda konnte den Anteil der Bevölkerung, der nach nationaler Definition unter der Armutsgrenze lebt, seit 1990 von 56 auf 21 Prozent verringern.

Nach wie vor haben allerdings 80 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität.

Angesichts dessen setzt Uganda große Hoffnungen auf die Erschließung von Ölvorkommen im Westen des Landes. Eine eigene Raffinerie soll 2020 fertig sein, eine mehr als 1.400 Kilometer lange Pipeline von Kabaale zum tansanischen Hafen in Tanga ist in Planung. Laut ugandischer Regierung sollen die Öleinnahmen unter anderem in den Bildungssektor und die Infrastruktur fließen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf iwd.de


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