Hintergrundtext

Einwanderungsland Deutschland

Der aktuelle Migrationsbericht der Bundesregierung zeigt, dass sich Deutschland immer mehr für Menschen aus dem Ausland öffnet. Allein im Jahr 2012 kamen über 1 Million Zuwanderer in die Bundesrepublik.

FOTO: MuwiStar/Fotolia.com

Zwar verließen auch gut 700.000 Menschen das Land, unterm Strich blieb jedoch ein positiver Wanderungssaldo von 370.000 neuen Einwohnern. Im Jahr 2013 lag die Nettozuwanderung schätzungsweise bei mehr als 400.000 Personen. Das ist ein relativ neuer Trend, denn noch im Jahr 2009 wanderten mehr Menschen aus als zu. Allerdings handelt es sich dabei weniger um eine echte Abwanderungswelle, sondern vielmehr um die Bereinigung der Wanderungsstatistik. In den vergangen zehn Jahren lag die durchschnittliche Nettozuwanderung bei rund 100.000.

Die Herkunft der Zuwanderer

EU-Staatsangehörige. Der größte Teil der Zugewanderten kommt aus der EU. Das galt im Jahr 2012 für drei Viertel der Neuankömmlinge. Der Grund liegt auf der Hand: Dank der EU-weit geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit benötigen EU-Bürger keine spezielle Arbeitserlaubnis, sondern können ihren Wohn- und Arbeitsort frei wählen. Von den EU-Zuwanderern wiederum stammte das Gros aus einem der neuen Mitgliedsländer, also jenen ost- und mitteleuropäischen Staaten, die 2004 und 2007 aufgenommen worden sind. Die Zuwanderung aus den von hoher Arbeitslosigkeit geplagten südeuropäischen Krisenländern hat erst in jüngster Zeit stark zugenommen. Zuletzt hatte jeder fünfte Immigrant einen spanischen, italienischen, portugiesischen oder griechischen Pass. Im Jahr 2007 wanderten dagegen per saldo 14.000 Menschen aus Deutschland nach Südeuropa aus.

Nicht-EU-Staatsangehörige. Zuwanderer, die nicht aus der EU stammen, unterliegen dem Aufenthaltsgesetz – sie stellten im Jahr 2012 nur ein Viertel der Zuwanderer. Zu ihnen gehören zum einen Immigranten aus anderen Industrieländern, deren Bürger einen privilegierten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt haben, zum Beispiel US-Amerikaner und Schweizer. Zu dieser Gruppe zählen aber auch Asylbewerber, Studenten und Familienangehörige von bereits in Deutschland lebenden Migranten. Eine beruflich bedingte Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis erhielten 2012 gerade einmal 44.000 Einwanderer, 55.000 kamen dagegen im Rahmen des Familiennachzugs. Bei der Anwerbung von Fachkräften aus den sogenannten Drittländern, also aus Ländern, die nicht der EU angehören, ist Deutschland somit bislang nur mäßig erfolgreich. 

 

Stand: April 2014

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