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Internet-Shopping: Vorteile, Risiken und Sicherheitstipps

Online einkaufen ist praktisch, aber manchmal vielleicht auch zu einfach. Was Internet-Shopper wissen und worauf sie achten sollten.

BILD: Fotolia/PhotoSG

Wer im Web shoppt, kann sich dessen Vorteile zu Nutze machen, zum Beispiel die komfortablen Möglichkeiten zur Produktrecherche und zum Preisvergleich. So lassen sich einige Euros sparen und Fehlkäufe vermeiden. Dank des Widerrufsrechts bei Fernabsatzverträgen haben die Kunden zudem – anders als im Laden – immer ein 14-tägiges Recht, ihren Kauf rückgängig zu machen.

Kurzinfo Widerrufsrecht: Laut Bürgerlichem Gesetzbuch, Paragraph 312 d und 355, haben Versandhandelskunden 14 Tage lang das Recht, von ihrem Kauf zurückzutreten und das bestellte Produkt zurückzuschicken. Sie dürfen es allerdings nicht benutzen, sondern lediglich sichten und prüfen. Andernfalls ist Wertersatz zu leisten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat 2010 in einer Händler-Befragung ermittelt, dass mehr als jedes vierte bestellte Bekleidungsstück und Schuhpaar zurückgeschickt wird – in Einzelfällen ist sogar von Retourenquoten bis zu 70 Prozent die Rede.

Der Einkauf im Internet ist zwar praktisch, aber er birgt auch Risiken, gerade für Jugendliche mit vergleichsweise wenig Erfahrung: So sagen immerhin 9 Prozent der 16- bis 18-Jährigen, sie seien im Netz schon einmal betrogen worden. Selbst wenn es nicht so schlimm kommt, die eine oder andere Falle gibt es durchaus. Der Bonner Hirnforscher Christian Elger beschreibt im Magazin „Der Spiegel“ (Ausgabe 14/2012) zum Beispiel das Phänomen der Schnäppchensucht: „Normalerweise steht bei jedem vernünftigen Menschen vor der Kaufentscheidung die Überlegung: Brauche ich das? Wenn Sie Dinge haben, die mit Rabatt gekennzeichnet sind, ist diese Struktur deutlich weniger aktiviert.“ Elger hat Probanden im Kernspintomographen untersucht und dabei festgestellt, dass beim Kauf von reduzierten Produkten das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird. „Rabattsignale funktionieren wie Kokain“, fasst er seine Forschungsergebnisse zusammen.

Sicherheitstipps fürs Web-Shopping

Wer im Internet einkaufen möchte, sollte diese Hinweise beachten:

Sicherheit: Anbieter mit Seriositäts-Gütesiegeln wie „S@fer Shopping“ vom TÜV Süd, dem EHI-Label „Geprüfter Online-Shop“ oder der „Trusted Shops Guarantee“ bevorzugen. Beim Bestell- und Bezahlvorgang auf das verschlüsselte Web-Protokoll, also das „https“ in der URL achten. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nachlesen. Sie müssen leicht auffindbar auf der Seite platziert sein. Das gilt auch für die Widerrufsbelehrung.

Rechnungsbetrag vor Abschluss der Bestellung checken: Überprüfen, ob nichts aus Versehen doppelt bestellt wird oder unerwünschte Zusatzprodukte enthalten sind – bei Flugbuchungen etwa werden gerne Reiserücktrittsversicherungen mitverkauft.

Widerruf und Rückgabe: Im Versandhandel hat der Käufer ein 14-tägiges Recht, seine „Willenserklärung“ zu widerrufen. Die Frist beginnt mit dem Erhalt der Ware. Für den Widerruf genügt die Rücksendung des betreffenden Produkts. Wenn dessen Wert unter 40 Euro liegt, muss der Käufer die Rücksendekosten übernehmen, ansonsten der Verkäufer. Ausnahme: Ein Onlineshop räumt explizit das Recht zur kostenlosen Rückgabe ein. Dann kann auch die Rückgabefrist verlängert werden. Ausgeschlossen werden darf das Widerrufsrecht dagegen nicht. Ausnahmen gelten für Maßanfertigungen, entsiegelte CDs oder DVDs und verderbliche Lebensmittel. Und noch eine Ausnahme: Bei Auktionen über Ebay und Privatverkäufen etwa über Kleinanzeigenportale gibt es ebenfalls kein Widerrufsrecht.

Überblick behalten: Wer viel online einkauft, schickt unter Umständen auch und viel wieder zurück und kann dabei leicht den Überblick verlieren. Es kommt aber auch bei seriösen Onlineshops vor, dass eine Rücksendung nicht ankommt – und dann gibt es auch keine Rückerstattung. Das heißt: Einlieferungsbeleg der Post oder des jeweiligen Paketdienstes aufbewahren und regelmäßig Konto bzw. Kreditkartenabrechnungen kontrollieren. Bei großen Verzögerungen nachhaken.

Musik-Downloads: Auch wenn die Rechtslage hier umstritten ist, gilt bei Musik-Tauschbörsen Vorsicht – sie sind in aller Regel illegal. Nicht nur den Anbietern, sondern auch den Nutzern droht eine strafrechtliche Verfolgung samt hoher Geldbußen. Erlaubt sind lediglich kostenpflichtige gewerbliche Download-Angebote sowie Downloads, die ein Künstler selbst zur Verfügung stellt.

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