Wirtschaftslexikon

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Beveridge-Kurve

Die Beveridge-Kurve stellt den Zusammenhang zwischen offenen Stellen und Arbeitslosigkeit grafisch dar. Auf der vertikalen Achse der Grafik wird die Vakanzquote abgetragen, also das Verhältnis von gemeldeten offenen Stellen zur Zahl der Erwerbspersonen. Die horizontale Achse zeigt die Arbeitslosenquote.

Typischerweise verläuft die Beveridge-Kurve fallend, da Unternehmen in Zeiten geringer Arbeitslosenquoten offene Stellen nur schwer besetzen können und die Zahl der unbesetzten Arbeitsplätze daher hoch ist. Umgekehrt gehen hohe Arbeitslosenquoten in der Regel mit einer geringen Zahl offener Stellen einher.

Indikator für Arbeitsmarktprobleme

Die Lage der Beveridge-Kurve gibt Hinweise darauf, wie effizient der Arbeitsmarkt funktioniert. Verläuft die Kurve beispielsweise sehr weit rechts vom Nullpunkt der Grafik, gibt es sowohl viele unbesetzte Stellen als auch viele Arbeitslose. Das deutet daraufhin, dass das sogenannte Mismatch sehr ausgeprägt ist – dass also Unternehmen auf Bewerbersuche und Arbeitslose nicht zueinander finden.

Für ein solches Mismatch gibt es unterschiedliche Gründe:

  • Qualifikatorisches Mismatch: Die Qualifikationen der Arbeitslosen entsprechen unter Umständen nicht dem, was die Unternehmen suchen.
  • Regionales Mismatch: Eventuell sind Arbeitslose nicht bereit, für eine neue Stelle in eine andere Region zu ziehen.
  • Motivatorisches Mismatch: Das angebotene Gehalt kann für Arbeitslose unattraktiv erscheinen.

Die Beveridge-Kurve in Deutschland

Zunehmende Mismatch-Probleme haben während der siebziger, achtziger und neunziger Jahre die Beveridge-Kurve in Deutschland immer weiter nach rechts verschoben. Berechnungen der Bundesbank zeigen jedoch: Zuletzt hat sich die Kurve wieder näher zum Nullpunkt nach links bewegt – die strukturellen Probleme auf dem deutschen Arbeitsmarkt wurden offenbar etwas abgeschwächt.