Wirtschaftslexikon

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Stakeholder

Im Zusammenhang mit der Globalisierung und der sozialen Verantwortung von Organisationen wie Unternehmen oder auch öffentlichen Verwaltungen hat die Stakeholderthematik in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Unter dem Begriff Stakeholder wird die Gesamtheit der Gruppen verstanden, die ein Interesse an einer Organisation oder einem Unternehmen bekunden. Die unternehmerische Stakeholderorientierung wird heute als strategische Managementaufgabe verstanden, um soziales Kapital (vertrauensvolle Beziehungen und Commitment) zu bilden.

Charakteristisch für den Stakeholder-Ansatz ist sein Netzwerkkonzept. Es geht um die Bildung von längerfristigen vertrauensvollen Beziehungen. Diese Beziehungen zwischen Unternehmen und Stakeholdern beschränken sich nicht auf die Kommunikation, sondern es bestehen auch andere Leistungen, die miteinander ausgetauscht werden. Grob unterschieden wird zuweilen zwischen marktrelevanten und nichtmarktrelevanten Stakeholdergruppen sowie zwischen externen und internen Bezugsgruppen.

Aus Unternehmenssicht beinhaltet ein Stakeholdermanagement die Identifizierung relevanter Bezugsgruppen, die Analyse ihrer Ansprüche sowie die Entwicklung von Strategien im Umgang mit ihnen. Dabei wird unterstellt, dass die Reputation (das "Image") für das Unternehmen ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, der nicht allein über Märkte geregelt werden kann. Mangelnde Reputation bei potenziellen und tatsächlichen Stakeholdern kann das Unternehmen schwächen. Dies gilt besonders dann, wenn die Stakeholdergruppen über Macht, Einfluss und Ansehen in der Öffentlichkeit verfügen.

Die Stakeholder-Theorie reicht bis in die sechziger Jahre zurück, beschrieb aber bereits damals keine neue Entwicklung. Immer schon waren und sind Organisationen in sozialen Geflechten tätig, die sie durch ihr Handeln beeinflussen und durch die sie selbst beeinflusst werden. Heute ist man sich allerdings dieser Beziehungsgeflechte bewusster und unterzieht sie einer wissenschaftlich-analytischen Betrachtungsweise, um sie letztlich gezielt beeinflussen zu können.

Mitunter können sich die Verhandlungen von Unternehmen mit mächtigen Stakeholdern als schwierig und kostenintensiv erweisen. Eine Vielzahl von Erwartungen an ein Unternehmen können seine Möglichkeiten übersteigen. (Me)

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