Weibliche Expertise in der Pharmaindustrie

Unternehmen und Markt

Sekundarstufe I + II

Hintergrundtext
25.03.2024
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Wenige Frauen melden in Deutschland Patente an oder sind daran beteiligt. Eine Ausnahme bildet die Pharmazie. Dort geht im Durchschnitt jedes fünfte angemeldete Schutzrecht auf das Konto einer Frau. Künftig könnte sich der Anteil weiter erhöhen.

Erfolg durch Forschung und Entwicklung – nach diesem Credo arbeitet die Pharmaindustrie in Deutschland, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dafür braucht die Branche im Vergleich zum Verarbeitenden Gewerbe insgesamt überdurchschnittlich viele hochqualifizierte Beschäftigte. Und auch in der Geschlechterverteilung sticht die Pharmaindustrie heraus:

41 Prozent der Mitarbeiter in pharmazeutischen Unternehmen sind Frauen – ein deutlich höherer Anteil als in anderen Spitzentechnologiebranchen.

Das wirkt sich auf die für die Branche so wichtigen Patentanmeldungen aus, wie eine IW-Auswertung der neuesten zur Verfügung stehenden Daten zeigt (Grafik):

In pharmazeutisch tätigen Unternehmen ist der Anteil der Patentanmelderinnen von 4,5 Prozent im Jahr 1994 auf 20 Prozent im Jahr 2020 gestiegen.

In der Biotechnologie lag der Anteil mit 25 Prozent noch einmal höher. Zum Vergleich: In allen anderen Branchen gingen 2020 im Schnitt nur 5,5 Prozent der Patente auf Frauen zurück.

Es sprechen mehrere Faktoren dafür, dass der Anteil der Erfinderinnen in der Pharmaindustrie in den kommenden Jahren weiter steigt. So sind derzeit mehr Frauen als Männer in naturwissenschaftlichen Studiengängen eingeschrieben. Außerdem wird die Biopharmazie in Zukunft eine noch größere Rolle spielen – hier sind Erfinderinnen besonders stark vertreten.

Trotz der positiven Entwicklung sind Frauen als Patentanmelder immer noch unterrepräsentiert – vor allem, wenn man sich die annähernde Geschlechterparität bei Mitarbeitern auf höherem Qualifikationsniveau vor Augen führt. Es gilt herauszufinden, welche Ursachen dies hat, und entsprechend zu reagieren. Denn für die Pharmaindustrie ist es sehr wichtig, immer neue Wirkstoffe und Arzneimittel zu entwickeln. Nur so kann sie mit der international oftmals günstiger produzierenden Konkurrenz mithalten und die Arbeitsplätze am Standort Deutschland sichern.

Dieser Artikel erschien zuerst auf iwd.de