Flexible-Arbeitszeiten

Mit der Entwicklung der Produktionstechnik in den Unternehmen und dem wachsenden Anteil der Dienstleistungen in der Gesellschaft verändert sich zunehmend auch die Gestaltung der Arbeitszeit. Wann und wie viel der Einzelne am Tag, in der Woche, im Monat, im Jahr und ansatzweise bereits auch über das gesamte Arbeitsleben hinweg arbeitet, soll nicht mehr starr festgelegt, sondern flexibel geregelt werden. Dabei sind betriebliche Erfordernisse und die Wünsche der Arbeitnehmer in Einklang zu bringen. Flexible Arbeitszeitpolitik wird damit zu einem wichtigen Instrument des Ausgleichs zwischen Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage.

Auf der einen Seite gibt es triftige ökonomische Gründe für die zunehmende Verbreitung flexibler Arbeitszeiten: Die Ausrüstung eines modernen Arbeitsplatzes kostet je nach Branche bis zu einigen 100.000 Euro. Die Verkürzung der tariflichen Jahresarbeitszeiten pro Vollzeitarbeitnehmer von 1.900 Stunden im Jahr 1970 auf nur noch 1.671 Stunden im Jahr 2007 macht es nötig, die Maschinenlaufzeiten von den Arbeitszeiten zu entkoppeln.

So können die vorhandenen Produktionsanlagen besser genutzt werden. Neueinstellungen sind ohne zusätzlichen Kapitaleinsatz möglich. Auf der anderen Seite wollen viele Mitarbeiter ihrerseits bei der Gestaltung der Freizeit beweglicher sein. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfordert flexible Arbeitszeitmodelle. So kann auch die Erwerbsbeteiligung von Frauen weiter gefördert werden.

Bei der Entkoppelung von Arbeitszeiten und Betriebszeiten hat es erhebliche Fortschritte gegeben. Inzwischen arbeiten bereits sechs von zehn Deutschen in so genannten Sonderarbeitszeiten, also gelegentlich, regelmäßig oder ständig an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, abends, nachts oder in Wechselschicht.

Es gibt eine Fülle von Modellen zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit. Am weitesten verbreitet sind Gleitzeitarbeit, Dispositionsschichten, Teilzeitarbeit in verschiedensten Varianten, versetzte und gestaffelte Arbeitszeiten und Rufbereitschaften. Auch Wochen-, Monats- und Jahresarbeitszeitkonten sind stark auf dem Vormarsch. Und selbst über Lebensarbeitszeitkonten wird verstärkt nachgedacht. (Hs)