Produktivität

Die Produktivität ist ein Maß für die Leistungsfähigkeit der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital. In allgemeiner Form gibt die Produktivität das Verhältnis von Produktionsmenge (Output) und Faktoreinsatzmenge (Input) wieder. Je nachdem, welcher Produktionsfaktor betrachtet wird, erhält man entweder die Arbeitsproduktivität, die Kapitalproduktivität oder die totale Faktorproduktivität aus Arbeit und Kapital. Langfristig ist die Kapitalproduktivität gefallen und die Arbeitsproduktivität stark gestiegen. Zu dieser Entwicklung hat vor allem beigetragen, dass Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen mit immer leistungsfähigeren Maschinen arbeiten.

Kennzahl für die Tarifpolitik

Die Produktivität hat für eine Volkswirtschaft große Bedeutung, denn ein Produktivitätsplus ermöglicht wachsende Reallöhne und ein höheres Wohlstandsniveau. Daher kommt der Produktivität auch eine zentrale Rolle in der Tarifpolitik zu: Der Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität bestimmt im Wesentlichen den Spielraum, der für Lohn- und Gehaltserhöhungen zur Verfügung steht. Diese Produktivitätsregel gilt jedoch nur in Zeiten von Vollbeschäftigung. Bei hoher Arbeitslosigkeit müssen die Tarifpartner dagegen auch jene Menschen berücksichtigen, die nicht am Verhandlungstisch sitzen: die Arbeitslosen. Das heißt, Lohnsteigerungen müssen bei hoher Arbeitslosigkeit hinter dem Produktivitätsfortschritt zurückbleiben. Nur so bleibt den Unternehmen genug Geld für Investitionen, die dann – mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung – für mehr Arbeitsplätze sorgen.

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(Stand: Oktober 2011)