Staatsquote

Die Staatsquote misst das Verhältnis von Staatsausgaben in der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sie ist ein wichtiger Gradmesser für den staatlichen Anteil am Wirtschaftsleben.

In den Staatsausgaben sind neben den Ausgaben für Investitionen, Personal und Verwaltung auch Zinszahlungen und vor allem Ausgaben für Transfers und Subventionen enthalten. Letztere sind jedoch gleichzeitig Teile des privaten Konsums beziehungsweise der Unternehmensinvestitionen. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden sie im Bruttoinlandsprodukt nicht mitgezählt. Insofern ist die Staatsquote eine „unechte" Quote, denn: Nicht alle Teilmengen des Zählers sind auch im Nenner enthalten. Auf der anderen Seite erfasst die Staatsquote den tatsächlichen Einfluss des Staates auf die Wirtschaft nur unvollständig, da z.B. öffentliche Unternehmen nicht dem Staat, sondern dem privaten Sektor zugerechnet werden.

Oft wird daher vor allem die Veränderung der Staatsquote in den Fokus genommen. Sie zeigt, ob der Staat seine Ausgaben in einem bestimmten Zeitraum weniger oder stärker als das Wirtschaftswachstum ausgeweitet hat.

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(Stand: Oktober 2011)